Emilie Fontane an ihren Theodor
Berlin d 16ten Oct. 55.
Wilhelmstr. N 132.
Mein geliebter Mann,
Viel habe ich Dir heut zu schreiben, aber vor allen Dingen mein geliebtes Leben muß ich Dir sagen, daß ich heut mit innigster Liebe Dein gedenke u. Gott bitte, mir Deine Liebe u. Deinen Besitz zu erhalten; ihm zugleich aber auch danke daß er meine Augen zur rechten Würdigung Deiner geöffnet hat.
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Deine durch Dich glückliche Mila.
Theodor Fontane an seine Emilie
London den 17t Novb.55.
Strand, Café Divan
Meine liebe Frau.
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An Max schreibe bei guter Laune und dann so liebenswürdig wie
möglich; ich wünsche nach der Seite hin keine besondre
Vertraulichkeit, aber doch ein gewisses verwandschaftliches Gefühl,
und jedenfalls Rücksichtsnahme. Auch ist es geradezu
Pflicht, uns ihm nicht zu entfremden und mag er sein wie er
will, er hat für jene vortreffliche Mischung von Freundlichkeit und
Zurückhaltung doch ein Gefühl. Ob es Dir möglich sein wird, diesen
Brief zu entziffern mögen die Götter wissen. Nun Du hast ja Zeit. Ich
sage wieder: sei nachsichtig! und laß Dich nicht durch die Ansichten
und Auffassungen junger Mädchen in Deinem Urteil allzusehr bestimmen.
Du hast nach der Seite nicht immer Recht.
Grüße alle herzlich, küsse George, Mutter, Lischen und schreibe bald wieder Deinem
Theodor.
Tochter Martha (Mete) an Emilie Fontane
Kl. Dammer, 14. Okt. 1880.
Meine liebe Mama. –
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Ich halte es für das schönste und beneidenswertheste Glück,
Papa’s Frau sein zu können und ich weiß, daß Du ebenso denkst
und das macht mich glücklich. –
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Ergehe es Euch gut und gedenkt in Liebe
Eurer alten Tochter
Martha Fontane.
Mail an Martin Jucker
Zuletzt aktualisiert am 7. Apr 2004