Im Autobus der Linie S, zur Hauptverkehrszeit. Ein Kerl von etwa sechsundzwanzig Jahren, weicher Hut mit Kordel anstelle des Bandes, zu langer Hals, als hätte man daran gezogen. Leute steigen aus. Der in Frage stehende Kerl ist über seinen Nachbarn erbost. Er wirft ihm vor, ihn jedesmal, wenn jemand vorbeikommt, anzurempeln. Weinerlicher Ton, der bösartig klingen soll. Als er einen leeren Platz sieht, stürzt er sich drauf. Zwei Stunden später sehe ich ihn an der Cour de Rome, vor der Gare Saint-Lazare, wieder. Er ist mit einem Kameraden zusammen, der zu ihm sagt: »Du solltest dir noch einen Knopf an deinen Überzieher nähen lassen.« Er zeigt ihm wo (am Ausschnitt) und warum.
Zur Hauptperverszitehk in einem S tristt sich ein Lerk von etwa schwanzundeszig Jenahr, der einen Borgen negeram Sahl etaht und einen Thu, der anstelle des Sandeb mit reine Dorkel stechmückg war, mit einem erdanen Harfgast, den er beluschdigte, ihn achbistlich anzutosßen. Nach dem Treist rüstetz er sich auf einen reifen Latzp. Eine Dunste später beengge ich ihm auf der Cour ed More vor der Rage Tsian-Zalare. Er war in Betlunggei eines Ekadarmen, der ihm gaste: du tollesst noch einen reitewen Pfonk an deinen Rübehiezer banringen salsen. Er geizte ihm wo (am Saunittsch).
Es war in einem Bus-Car (und nicht in einer Kuß-bar), da sichte ich eines Tages (doch nicht im Gedichte ich sag es), ein selten drolliges Männchen (und nicht ein molliges Tännchen) mit einem blaß-blauen Hut (und nicht mit haßblauem Blut), von einem Geflechte geschnürt (aber nicht im Geschlechte verführt). Und auf dem leichten Leibe (nicht zu verwechseln mit einem weichen Weibe) wiegte mit hohem Hals er (doch nicht zum frohen Walzer). Und in der Menge drinnen (nicht derer, die im Gedränge minnen), da trat ein neuer Fahrgast (nicht der, der gar kein Feuer haßt) dem Flegel auf die Zehen (sie wollten nicht vor Ekel flehen). Mit einem braven Herrn stritt er (nicht fragend: strafen Herren bitter?), dann sah er einen Sitzplatz (doch sprach er keinen Blitzsatz) und stürzte roh sich drauf (nicht sagend: Rodrich sauf!). Später sah flugs ich ihn wieder (doch niemals wuchs ich in Flieder) mit einem Freund vor der Gare SaintLazare (doch nicht mit einem Saarländer gar), der musterte seine perverse Tracht (was nichts zu tun hat mit der Verse Pracht) und gab ihm einen modischen Rat (nicht zu verwechseln mit einem erotischen Maat).
Auf dem bunten Bug eines Busses, der bucklige Bürokraten zu ihren Bunkern bugsierte, burrte ein wenig bukolischer Bursche mit burleskem Schlund und Bund um die Butterblume, und burschikos bullerte er einen Bourgeois an, der ihm die Buxe verbumfiedelte: »Bursche, meine Buletten!« Er buchtete zwischen die Bullen und bumste auf seine vier Buchstaben. Stunden später auf einem Bummel buhlte sein Busenfreund mit seinem Burnus und befummelte seinen Busen: »Bubi, dein Bukett ist verbummelt.«
Mitternacht. Es regnet! Die Autobusse, fast leer, fahren vorbei. Auf der Motorhaube eines AI, der von der Bastille herkommt, dankt ein Greis, dem der Kopf in den Schultern steckt und der keinen Hut trägt, einer weit von ihm sitzenden Dame, weil sie ihm die Hände streichelt. Dann stellt er sich auf die Knie eines Herrn, der immer noch seinen Platz innehat. Zwei Stunden vorher hielt sich dieser Greis hinter der Gare de Lyon die Ohren zu, um nicht einen Clochard anhören zu müssen, der sich zu sagen weigerte, daß er den untersten Knopf seiner Unterhose etwas heruntersetzen müßte.
Nach einem saumäßigen Warten unter einer schändlichen Sonne stieg ich endlich in einen unsauberen Autobus, in dem eine Bande Arschlöcher zusammengepfercht stand. Das größte Arschloch unter diesen Arschlöchern war ein Finnengesichtiger mit unmäßiger Kehle, der einen grotesken Speckdeckel mit einem Schnürchen anstelle des Bandes zur Schau trug. Dieser Gimpel fing an zu krakeelen, weil ihm ein altes Arschloch mit seniler Wut auf die Plattfüße trat; doch wurde er bald kleinlaut und verdrückte sich in Richtung eines leeren Platzes, der vom Schweiß der Arschbacken des zuvor dort Gesessenen noch feucht war. Zwei Stunden später widerfährt mir das Mißgeschick, wieder an das gleiche Arschloch zu geraten, das eben mit einem andern Arschloch vor diesem Scheißmonument, das man Gare Saint-Lazare nennt, gespreizt daherquatschte. Sie tratschten wegen eines Knopfs. Ich sage mir: ob er sein Furunkel nun rauf oder runter setzen läßt, er wird immer genau so doof bleiben wie er ist, das dreckige Arschloch.
Es geschah in der Umgebung eines mittägigen Juli. Die in voller Blüte stehende Sonne herrschte über dem vielzitzigen Horizont. Sanft wogte der Asphalt und dünstete jenen süßlichen, teerichten Geruch aus, der die Krebskranken zu gleicherweise kindischen und ätzenden Gedanken über die Ursachen ihres Leidens inspiriert. Ein Autobus in der Leibfarbe grün und weiß mit einem rätselhaften S als Wappen, hatte soeben am Parc Monceau ein kleines Glückslos Fahrgastanwärter aufgelesen, die im feuchten Konfinium der Schweißauflösung standen. Auf der hinteren Plattform dieses Meisterwerks der zeitgenössischen französischen Automobilindustrie, auf der sich die Umsteiger wie Heringe zusammendrängten, erhob ein Taugenichts, der sich gemächlichen Schrittes den Dreißig näherte und zwischen einem Hals von quasi schlangenartiger Länge und einem mit einem Tau umgarnten Hut einen ebenso faden wie bleiernen Kopf sitzen hatte, seine Stimme, um sich in nicht geheuchelter Bitterkeit, die aus einem Glas Enzian oder irgend einer anderen Flüssigkeit ähnlicher Beschaffenheit auszufließen schien, über ein wiederholt auftauchendes Anstoßphänomen zu beschweren, das seiner Meinung nach einen hic et nunc gegenwärtigen Mitbenutzer der STCRP zur Ursache hatte. Um seiner Beschwerde Nachdruck zu verleihen, stimmte er den säuerlichen Ton eines alten Viztums an, der sich in einer Bedürfnisanstalt das Hintergestell kneifen läßt und der ausnahmsweise diese Höflichkeitsbezeigung nicht gutheißt und für solche Späße nicht zuhaben ist. Doch dann entdeckte er einen leeren Platz und stürzte sich darauf. Später, als die Sonne bereits um einige Stufen die Monumentaltreppe ihrer himmlischen Parade herabgestiegen war, und ich mich neuerlich von einem anderen Autobus der gleichen Linie S befördern ließ, erblickte ich die oben beschriebene Person, die sich, in Begleitung eines Individuums ejusdem farinae, auf peripathetische Weise in der Cour de Rome umherbewegte und sich von besagtem Individuum auf diesem dem Automobilverkehr geweihten Platze modische Ratschläge geben ließ, die nicht weiter gingen als der Knopf.
Mail an Martin Jucker
Zuletzt aktualisiert am 8. Oktober 2005